Angstzustände und der Beruf Lokführer

TraxxReiter

Neuling
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Hallo,

ich bin neu im Forum. Ich habe mich angemeldet da ich Rat brauche.
Ich bin als Lokführer tätig, leide derzeit jedoch an Angstzuständen, die durch auftreten extremer schmerzen eines Magengeschwürs in Begleitung von Schwindel entstanden sind.
Derzeit habe ich Angst zur Arbeit oder aus dem Haus zu gehen, da ich teilweise extreme Angst habe das mich diese Schmerzattacken wieder heimsuchen und ich in Panik gerate. Jedoch bin ich nicht depressiv oder habe sonstige psychische Erkrankunnungen.
Meine momentane Sorge ist, das mich der MDK oder mein Arbeitgeber versucht Arbeitsuntuglich zu schreiben, ist sowas möglich?
Welche Erfahrungen habt ihr? Oder wisst ihr sonst etwas zu diesem Thema was mir helfen oder mich beruhigen könnte?
 

BLOaner

Amtmann
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N´Abend!

Mal ohne Umschweife: Die körperlichen und geistigen Probleme (gerade in Kombination) sind -aus meiner Sicht- derart gravierend, daß die Frage nach einer vorübergehenden / dauerhaften Arbeitsunfähigkeit durchaus gerechtfertig ist. Kläre deine Probleme mit den entsprechenden Fachärzten und fahre erst dann wieder Züge! Unser Job ist zu anspruchs- / verantwortungsvoll, als das man derartige Probleme nebenher mitschleppen / verarbeiten könnte.

Gute Besserung!
 

Simulant

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Das kann ich so unterschreiben. In der Lage bist du keinesfalls geeignet verantwortungsvoll Züge zu fahren. Sprich baldmöglichst mit deinem Betriebsleiter, es gibt da sicher Möglichkeiten einer Behandlung, möglicherweise vorübergehend in einer anderen Tätigkeit.
 

Reisender

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berentet
Hallo TraxxReiter!

Ein "Geheimtipp" von mir:

Tiefe, offene Gespräche mit ehrenamtlich ihr Ohr leihenden Menschen gibt es rund um die Uhr bei der Telefonseelsorge!

Eines der das Angebot der TS definierenden Wesensmerkmale ist absolute Anonymität. Das heißt, Du musst Deine Identität nicht preisgeben, keinen Namen nennen. Dein Arbeitgeber, Deine Familie erfahren nix. In solchen Gesprächen kannst Du Ängste, Gedanken, Gefühle, usw. offen ausbreiten, im Gespräch mit der Seelsorgerin oder dem Seelsorger ordnen, Gefühle fühlen, Entscheidungen im Dialog durchspielen, usw. usf. Und wenn das Gespräch mal nicht so läuft - kann halt nicht Jeder mit Jedem - rufste einfach paar Stunden später wieder an! Dann gibt es am anderen Ende "der Leitung" ein anderes Gegenüber, mit einer komplett anderen Lebengeschichte, anderen Gewordenheit, anderen Erfahrungen, anderer Sozialisation.

Viel Glück und gute Gespräche und Alles Gute für Dein Leben!


PS: die Telefonnummer BRD-weit: 0800 - 111 000 111
 

Simulant

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Aus eigener Erfahrung kann ich dir berichten: ein offenes und ehrliches Auftreten "Ich-kann-nicht-mehr!" gegenüber deinem Betriebsleiter wird honoriert! Es wird intensiv geschaut, a) wie geht es kurzfristig weiter? und b) wie geht es mittel- und langfristig weiter?

Eine Lösung lässt da immer finden. Und in der Regel ist dein EVU auch bestrebt dich in irgendeiner Form zu halten.
 

Knallkopf

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Als was soll dich ein EVU behalten ? ( zumal am Wohnort und in Arztnähe )
Alle Posten , die früher von gesundheitlich ausgekegelten Kollegen besetzt wurden , sind heute meist mit jungen , gesunden , fahrfähigen Leuten besetzt um zu geregelten Zeiten zu arbeiten und zu leben .
Und wie alle weitere abläuft hängt von vielen Faktoren ab ! Zu allererst wird schon mal unterschieden ob man ein Beamter oder ein Arbeiter ist !
Als Beamter , findet sich ein sozialer Weg ! Als Arbeiter , kommen dann die nächsten Fragen , wie alt , wieviele Dienstjahre , wielange im der Firma und wenn ja , in welchen Gesangsverein , usw.?
Am Ende braucht auch ein Langzeitkranker genügend Geld um sich in Ruhe auszukurieren , nicht das er zusätzlich zur Krankheit noch finanziell bestraft wird und um sein bisherige Existenz fürchten muß ! Zumal ja die wenigsten von uns mal richtig im Lotto gewonnen haben .
 

Simulant

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Glaub mir, es geht! Allerdings nur mit persönlichem Engagement. Man sich schon aktiv mit seinem Betriebsleiter und Personalsachbearbeiter unterhalten. Bei einem privaten EVU möglicherweise sogar eher möglich als bei einem roten Riesen.
 

maulendesmammut

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Bei uns (nicht DB) ist erst kürzlich ein Kollege gesundheitlich bedingt aus dem Fahrdienst zwangsweise ausgeschieden. Man hat sich sehr intensiv darum bemüht, den Kollegen nicht vor die Tür setzen zu müssen und heute arbeitet er im Kundendienst.

Wo ein Wille ist, ist ein Weg.
Und gerade bei den beschriebenen Symptomen halte ich eine Rückkehr in den Fahrdienst nach entsprechender Therapie für denkbar. Daher sollte das EVU in de Regel daran interessiert sein, dich zu behalten.
 

Knallkopf

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Bei uns (nicht DB) ist erst kürzlich ein Kollege gesundheitlich bedingt aus dem Fahrdienst zwangsweise ausgeschieden. Man hat sich sehr intensiv darum bemüht, den Kollegen nicht vor die Tür setzen zu müssen und heute arbeitet er im Kundendienst.

Wo ein Wille ist, ist ein Weg.
Und gerade bei den beschriebenen Symptomen halte ich eine Rückkehr in den Fahrdienst nach entsprechender Therapie für denkbar. Daher sollte das EVU in de Regel daran interessiert sein, dich zu behalten.
Nur , wie ist denn das Wiedereinstiegsprozedere , wenn man mal über ein Jahr , aus dem Fahrdienst raus war ? Auch für unsere jungen Frauen ist das ein Thema , wenn sich Nachwuchs ankündigt .
 
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Semi Silesian

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Bundesbahnhauptsekretär i.R.
Gesundheit ist das wichtigste Gut und geht vor allem anderen.
Dein Körper sendet Dir Signale und sagt Dir auf seine Weise:
"Hier stimmt etwas nicht"
Es bringt nachweislich nichts,sich selber etwas vorzumachen.
Ehrlich und geradeaus sagen,wie es um einem steht-sonst folgt oft ein weiterer gesundheitlicher "Schuß vor den Bug".
Leider spreche ich da aus eigener Erfahrung.
Es ist auch keine Schande,sich selber einzugestehen,daß es eben so nicht mehr weitergeht.

Ich weiß allerdings nicht,wie es in einem Privatunternehmen um die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gegenüber seinen Mitarbeitern steht,aber es wäre sehr wünschenswert.
 

Simulant

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Auch für den Wiedereinstieg in den Fahrdienst gibt es Lösungen. In der Regel durch eine Auffrischungsschulung mit erneuter Prüfung.
 
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maulendesmammut

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Nur , wie ist denn das Wiedereinstiegsprozedere , wenn man mal über ein Jahr , aus dem Fahrdienst raus war ? Auch für unsere jungen Frauen ist das ein Thema , wenn sich Nachwuchs ankündigt .
Das habe ich selbst 2018 durchgemacht, nachdem ich vier Jahre draußen war.

Im Prinzip ganz einfach:
1. nach Bedarf Schulungen machen
2. Prüfungen ablegen
3. Fertig

Der exakte Ablauf hängt dann noch vom EVU ab. Bei mir hat es drei Monate gedauert.
 


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