Corona und die Wertschätzung der Mitarbeiter...

Asgard

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Während die meisten Arbeitgeber zum Schutz ihrer Arbeitnehmer Arbeitszeiten verlagern um Kontakte möglichst zu vermeiden, Arbeitsplätze unbürokratisch in die eigenen vier Wände verlegen, viele Firmen komplett schließen, andere Unternehmen ihre im eher niedrig bezahlten und doch an vorderster Front stehende Mitarbeiter Dank in Form von Prämien ausprechen geht unser AG einen anderen Weg.

Am Regierungspräsidium Darmstadt wurden von DB Regio und DB Fernverkehr die Aushebelung gültiger Tarifverträge beantragt um die Regelarbeitszeit auf 12 Stunden am Tag und 60 Stunden in der Woche anheben zu können.

Das ist ist also der Dank des Arbeitgebers wenn wir Eisenbahner an der Basis den Betrieb trotz massiver gesundheitlicher Gefährdung aufrecht erhalten. Statt den Mitarbeiter zu schützen soll er noch mehr als bisher einer potentiell gesundheitsgefährdenden Umgebung ausgesetzt werden. Da freut sich der richtige Eisenbahner doch wenn er täglich zum Dienst geht.

Auf der Seite der GDL finden sich dazu wohl einige Meldungen.
 
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Treibrad

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Da muss jeder jetzt seine eigene Notbremse ziehen. Im Prinzip sind wir jetzt endgültig im Krieg. Nicht nur gegen den Virus, sondern auch reich gegen arm.
 
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frankxx1

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Ich denke auch, mit diesem Ansinnen erreicht man nur das Gegenteil.
 
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Traindriver

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Dieses Verhalten unseres Arbeitgebers sollte zum weiteren Nachdenken Anlass sein.
Auch darüber, was ihm seine Mitarbeiter an der Basis Wert sind und wie seine Aussagen Bestand haben.....
 

BLOaner

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....und zum Glück gab es gleich die passende Absage:

Die GDL wird nicht zulassen, dass die DB zu Lastender Beschäftigten als Krisengewinnler agiert. In seiner Antwort an die GDL hat das RP Darmstadt bestätigt, dass die tarifvertraglichen Regelungen zu den Arbeitsschutzbestimmungen unverändert gültigbleiben! Vor diesem Hintergrund wird die Mitbestimmung der Betriebsräte wie bisher wahrgenommen und die Einhaltung der tariflichen Regelungen weiterhin konsequent überwacht
 

Asgard

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Das widerspricht sich mit
So haben DB Fernverkehr und DB Regio beim zuständigen Regierungspräsidium Darmstadt Anträge auf Verlängerung der täglichen Höchstarbeitszeit auf zwölf Stunden gestellt –und diese bewilligt bekommen.
aus dem verlinkten PDF. Ist jetzt die Frage was denn zutrifft. Selbst wenn das Ansinnen abgelehnt wurde zeigt diese miese Nummer sehr deutlich was die Schlipsetage vom Eisenbahner an der Basis hält. Während sie bequem und vor Ansteckung sicher in den eigenen vier Wänden hocken soll der richtige Eisenbahner seine Gesundheit gefährden in dem er künftig bis zu 60 Stunden am Tag in den keimverseuchten Zügen und Bahnhöfen verbringt.

Wäre ich bei einem der überaus fürsorglichen und um das Wohl der Mitarbeiter besorgten Geschäftsbereiche wüsste zumindest ich wie ich darauf reagieren würde. In den Büros sitzen bei Regio und Fernverkehr genügend ausgebildete Lokführer und Zugbegleiter herum. Wird höchste Zeit für eine Auffrischung der praktischen Kenntnisse.
 

Knallkopf

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Hm , mal unabhängig von der Corona , wie lange schon mahnen wir die Kreativabteilung / Freizeitverwaltung schon an , die Menschen eben nicht auf das gesetzlich , zulässige Maß auszureizen und dann auch immer noch zu hören bekommt , das sowas ja individuell abgesprochen und ausgemacht ist !? Was nutzen also Tarifverträge , die immer irgendwo diese individuelle Abänderung zulassen ? Die 10 Tages- , vier Tagesregelungen , wer kennt die eigentlich genau ? Vieles davon ist gut gemeint , aber leider eben auch nur geduldiges Papier !
 

maschwa

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...

künftig bis zu 60 Stunden am Tag in den keimverseuchten Zügen und Bahnhöfen verbringt.

....

Das hätten die wohl gerne: den Tag auf 60 Stunden ausdehnen! Der bleibt bei 24 Stunden und basta! Wo kommen wir denn da hin, wenn sich jeder die Tagesstundenzahl selbst aussucht! :003:

In NRW wird das stark ausgedünnte Zugangebot vor allem im VRS von Anfang an schon mit einem hohen Krankenstand begründet... der Versuch der Erhöhung scheint nur die ohnehin dünne Personaldecke kaschieren zu wollen....

Nur, wie schon von anderen geschrieben kann das nach hintenlosgehen, denn wenn es einen erwischt braucht der Körper Abwehrkräfte.... und dafür muss er sich ab und an regenerieren!

MfG
maschwa
 

MD 612

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Ist jetzt die Frage was denn zutrifft.
DB Regio und DB Fernverkehr haben beim Regierungspräsidium Darmstadt eine Ausnahmegenehmigung zum Arbeitszeitgesetz beantragt, nach der die Grenze der täglichen (schutzwürdigen) Arbeitszeit von 10 auf 12 Stunden erhöht werden soll. Die GDL hatte das in ihrer Stellungnahme mit Hinweis auf geltende Tarifverträge abgelehnt. Das Regierungspräsidium hat zwar dem AG-Antrag stattgegeben, aber gleichzeitig gegenüber der GDL bestätigt, dass diese Ausnahmegenehmigung geltende Tarifverträge nicht außer Kraft setzt. Letzteres kann nur zwischen DB und GDL vereinbart werden, was mit Sicherheit nicht passieren wird. Dumm für die DB ist nun, dass die 10-Stunden-Grenze auch im BuRa-ZugTV verankert und der Antrag samt Genehmigung damit nutzlos ist...

Gruß Peter
 
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frankxx1

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Gilt aber auch nur für GDL-Mitglieder. Trittbrettfahrer können durchaus zu 12h verpflichtet werden, würde ich meinen.
 

MD 612

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Gilt aber auch nur für GDL-Mitglieder. Trittbrettfahrer können durchaus zu 12h verpflichtet werden, würde ich meinen.
Theoretisch ist das so, praktisch wird der AG wohl alle gleich behandeln. Zumal es die entsprechende Klausel auch in den EVG-Tarifverträgen gibt.

Gruß Peter
 

MD 612

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Meinen Informationen nach galt diese Regelung nur bis zum Einspruch der GdL.
Das Regierungspräsidium hat nicht über eine Aushebelung der Tarifverträge entschieden, weil das gar nicht beantragt war und weil es dafür rein juristisch auch nicht zuständig gewesen wäre. Es ging dort "nur" um eine Ausnahmegenehmigung zum Arbeitszeitgesetz. Die GDL hat zum Antrag der DB eine Stellungnahme abgegeben, konnte aber damit die Genehmigung des DB-Antrages nicht verhindern. Allerdings hat das Regierungspräsidium klargestellt, dass die Ausnahmegenehmigung zum Arbeitszeitgesetz die Tarifverträge nicht aushebelt und auch nicht aushebeln kann. Eine Aussetzung tarifvertraglicher Schutzregeln können nur die Tarifvertragsparteien vereinbaren, und das wird seitens der GDL definitiv nicht passieren. Damit läuft die erteilte Ausnahmegenehmigung komplett ins Leere...

Gruß Peter
 

Treibrad

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Hmm, könnte mir vorstellen, wenn in diesem Land in absehbarer Zeit mal Polen offen ist, dass sie das dann auf Freiwilligkeit nutzen wollen und mit paar Klorollen, pardon, Geldscheinen extra wedeln werden, um Freiwillige zu rekrutieren. Wobei das der Arbeitssicherheit nicht zuträglich ist, man hat ja noch oft noch auch mit der Psyche durch Corona zu hadern. Das braucht dann kinderlose und freie Männer mit der Widerstandskraft eines Fremdenlegionärs.
 

Simulant

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Bei uns läuft das derzeit eher andersrum: mit sinkenden Fahrgastzahlen werden (in Absprache mit den Aufgabenträgern) die Zugleistungen heruntergefahren. Das bedeutet gleichzeitig, dass weniger Arbeit anfällt. Daher sucht man Möglichkeiten, wie die Arbeit so verteilt wird, dass keine Kurzarbeit eingeführt werden muss, im Extremfall Kündigungen ausgespochen werden müssten.

Die möglichen Szenarien und Planungen wurden uns offengelegt und mitgeteilt, wir als Mitarbeiter erhalten täglich einen Lagebericht.
 

Knallkopf

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Wie wird es eigentlich nach der Viruswelle mit der Wertschätzung und öffentlichen Dankbarkeit aussehen ?
 

Treibrad

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Wie wird es eigentlich nach der Viruswelle mit der Wertschätzung und öffentlichen Dankbarkeit aussehen ?
Ne Gedenkgrabstätte könnte ich mir schon gut vorstellen.

Das ist auch keine normale Viruswelle. Von der Normalität können wir uns die nächsten 5 Jahre eh verabschieden. Vielleicht wird es auch nie wieder wie zuvor, wobei der Verlust sich da auch in Grenzen hält. Das System und die Massenmobilität ist völlig pervertiert über die Jahrzehnte, auch ohne Virus hätte es irgendwann gekracht.
 

VT605

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Das Regierungspräsidium hat nicht über eine Aushebelung der Tarifverträge entschieden, weil das gar nicht beantragt war und weil es dafür rein juristisch auch nicht zuständig gewesen wäre. Es ging dort "nur" um eine Ausnahmegenehmigung zum Arbeitszeitgesetz. Die GDL hat zum Antrag der DB eine Stellungnahme abgegeben, konnte aber damit die Genehmigung des DB-Antrages nicht verhindern. Allerdings hat das Regierungspräsidium klargestellt, dass die Ausnahmegenehmigung zum Arbeitszeitgesetz die Tarifverträge nicht aushebelt und auch nicht aushebeln kann. Eine Aussetzung tarifvertraglicher Schutzregeln können nur die Tarifvertragsparteien vereinbaren, und das wird seitens der GDL definitiv nicht passieren. Damit läuft die erteilte Ausnahmegenehmigung komplett ins Leere...

Gruß Peter
Ist das wirklich so? Die tarifvertragliche Arbeitszeit beträgt doch 12h, mit 2h Pause 14h. Gibts einen zusätzlichen Passus der die schutzwürdige AZ im Tarifvertrag begrenzt? Denn die 10h-Grenze des Arbeitszeitgesetzes hat ja das RP aufgehoben und wenn im Tarifvertrag dazu nichts geregelt ist...
 

Traindriver

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Wir bleiben zu Hause mit allen Einschränkungen und bummeln unsere erarbeiteten Überstunden ab und laufen ggf. Ins Minus und arbeiten das nach Corona nach, oder? 🤔

Die Büroetagenmitarbeiten ohne Homeofficeplatz arbeiten ganz normal?
Falls sie auch nach Hause geschickt werden und ins Minus laufen, wann arbeiten Sie das Minus nach?
 

MD 612

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Gibts einen zusätzlichen Passus der die schutzwürdige AZ im Tarifvertrag begrenzt? Denn die 10h-Grenze des Arbeitszeitgesetzes hat ja das RP aufgehoben und wenn im Tarifvertrag dazu nichts geregelt ist...
Genau den Passus gibt es, BuRa-ZugTV §3 Abschnitt 1 Absatz 4:

"Die tägliche Arbeitszeit (§ 3, § 6 Abs. 2, § 11 Abs. 2 ArbZG) [das ist die landläufig als schutzwürdig bezeichnete Arbeitszeit] des Arbeitnehmers darf zehn Stunden nicht überschreiten. Sie darf verlängert werden, wenn die Arbeitszeit regelmäßig und in erheblichem Umfang - mindestens 30 Prozent - Bereitschaft und/oder Arbeitsbereitschaft enthält (§ 7 Abs. 1 Ziff. 1. Buchst. a) bzw. Ziff. 4. Buchst. a), § 11 Abs. 2 ArbZG)."

Arbeitsbereitschaft in dem Umfang fällt ja wohl nur ganz selten an. Und zusätzlich wirkt noch die Regel zur Begrenzung der Fahrzeit auf dem Triebfahrzeug im LfTV, die ja auch Einfluss auf die maximal mögliche Schichtlänge hat. Versuche mal im S-Bahn-Dienst oder im straffen Regionalverkehr eine Tagschicht mit mehr als zehn, elf Stunden angerechneter Arbeitszeit zu planen, wenn Du nur acht Stunden fahren darfst. Ähnlich dürfte es bei einer ICE-Schicht Dortmund - Berlin - Dortmund sein, da bleibt auch nicht mehr viel Fahrzeit für weitere Leistungen übrig...

Gruß Peter
 


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