Grenzbahnhöfe und Sicherungsanlagen DR/DB

sbb.lokmaster

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In Marienborn gab es mal 4 Bahnsteiggleise, bei insgesamt 9 Gleisen Die beiden Vorderen Bahnsteige, die dort lagen, wo auch heute wieder die Regionalzüge allerdings an Überholgleisen anhalten, wurden aber während der Zeit der DDR nicht genutzt, sondern da fuhren die Züge durch.

Hier dazu ein Bild, das auch die Weiche zur Zufahrt zum Kontrollbahnsteig 9, sowie die Beschaubrücke zeigt.

Unmittelbar hinter dem Bahnsteig am Hauptgleis ri. Osten zweigte ein Gleis zum eigentlichen Kontrollbahnsteig (Gleis 9)ab. Dieser wurde erst mit der Grenzziehung erbaut. An diesem lagen auch alle Gebäude der Organe.

Auf den beiden durchgehenden Hauptgleisen, die neben dem Kontrollbahnsteig lagen, hielten nur die Militärzüge der Westalliierten, da ja in diese Züge normalerweise niemand von dem Russischen Militärpersonal, die diese Züge kontrollierten, einstieg. Der Zugkommandant der West Militärs stieg im Schotter aus, und traf die Russischen Militärs für die Formalitäten auf dem Kontrollbahnsteig. Für die DDR Organe waren diese Züge tabu.

Alle anderen Reisezüge hielten am Kontrollbahnsteig und wurden dort abgefertigt. Bei Transitzügen von und nach Westberlin betrug der Aufenthalt im Regelfall zw. 10 und 15 Minuten und bei Zügen die in die/bzw aus der DDR betrug der Aufenthalt teilweise bis zu 1 Std. Das schränkte die Durchlaßfähigkeit des Bahnhofs natürlich stark ein, weshalb nur 1 Zug (D 444/445 Görlitz-Köln und zurück) über Helmstedt-Marienborn fuhr.

Alle anderen Züge des Verkehrs BRD/DDR, die über Hannover fuhren nutzten die GÜST Wolfsburg/Oebisfelde. Weil über Marienborn ja alle Westberlinzüge, die über Hannover fuhren, und vor allem alle Alliiertenzüge fuhren. Im Regelfall stand dort nur immer ein Zug zur Abfertigung. Ausnahme beim Verkehren der Militärzüge der Westalliierten. Diese nutzen ja meist nicht den Kontrollbahnsteig und konnten daher unabhängig von den Westberliner Transit-Zügen Verkehren. Bei der Ausfahrt ri. Helmstedt stand eine Beschaubrücke, eine weitere unmittelbar vor der Staatsgrenze.

Güterzüge fuhren nur in geringer Zahl über Marienborn, weil für eine Kontrolle nur wenige Gleise zur Verfügung standen. Meist fuhren die Güterzüge über Oebisfelde, weil dieser Bahnhof größer war. Nur die Güterzüge für die Westalliierten mußten immer über Marienborn fahren, weil nur dort eine Kontrolle durch die Sowjets möglich war.

Für den DDR Binnenverkehr ri. Eilsleben stand ein separater Bahnsteig an der ehemaligen Strecke nach Beendorf, die im Nachgang der Grenzziehung nach und nach bis 1970 eingestellt wurde. Dieser Bahnsteig, bzw. das dazu gehörige Gleis war komplett umzäunt und nur zugängig, wenn dort der Zug stand. Diese Züge fuhren auch nur, wenn laut Fahrplan kein zu kontrollierender Zug im Bahnhof war.

(Die meisten Infos dazu kenne ich aus eigener Erfahrung, da ich zw. 1978 und 1989 unzählige Male über diese GÜSt gefahren bin. Die Infos zu den Alliierten Zügen habe ich von einem befreundeten Britischen Offizier, der damals oft als RTO (Rail Transport Officer) auf diesen Zügen mitfuhr)
 
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