Nichtauffahrbare Weichen

oecherbahn

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Hoi Zusammen,

Gibt es in Deutschland in nennenswertem Umfang nichtauffahrbare Weichen in "Langsamen" Gleisen (Also Abstellgleise, Anschlussgleise, Gleise wo viel rangiert wird)? Dass sehr lange Weichen und bewegliche Herzstücke kaum/nicht auffahrbar sind ist mir klar.

In den USA haben die wohl alle auffahrbaren Weichen aus Kostengründen ersetzt, ich frage mich ob die hier auch irgendwann auf die Idee kommen.
 

Lonestarr

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Nicht auffahrbar sind hierzulande Weichen mit beweglicher Herzstückspitze, mit nicht auffahrbarem Antrieb sowie verriegelte oder mit Handverschluss gesicherte Weichen. Zumindest die beiden letzteren können dir in Nebengleisen über den Weg laufen. Die nicht auffahrbaren EZMG- Antriebe dürften kaum noch eine Rolle spielen. Du müsstest jetzt mal erläutern, was bei den Amis den Unterschied zwischen einer auffahrbaren und einer nicht auffahrbaren Weiche ausmacht. Ich habe keine Ahnung, was da die Prämissen sind.
 

Gerd Belo

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Prinzipiell sind alle Weichen mit Spitzenklammerverschluss auffahrbar. Sind die Zungen mit Weichenschlössern gesichert, sind sie es nicht mehr, weil die Schlösser Bewegungen der Zungen verhindern.

Allerdings führt das Auffahren ggf. zu Schäden.

Keine Ahnung, was im Amiland für Zungenverschlüsse üblich sind.
 

Simulant

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Ich frage mich eher welchen Kostenvorteil eine nicht-auffahrbare Weiche gegenüber einer auffahrbaren Weiche haben soll.
 

oecherbahn

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Hier eine einfache amerikansiche Weiche:
Es gibt keinen wirklichen Weichenverschluss direkt zwischen Zunge & Backenschiene, nur einen, der weiter hinten den Stellhebel festhält. Am Stellhebel sind zwei Pedale, bei Minute 3:57 tritt er auf ein Pedal, um den Verschluss zu lösen.

Ich frage mich eher welchen Kostenvorteil eine nicht-auffahrbare Weiche gegenüber einer auffahrbaren Weiche haben soll.
Ja die Mechanik ist wohl etwas einfacher, aber ich stell mir vor dass das riesige Wartungskosten hat: Immerhin wird das Klaffmaß an der Zunge durch die relative Länge von diesen 2 Langschwellen zu der Stange bestimmt.
 
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Simulant

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Das mag in Amerika zutreffend sein. Wir befinden uns hier jedoch in Deutschland, da haben wir auch technisch ganz andere Verhältnisse.

Mag auch sein dass in Amerika durch nicht-auffahrbare Weichen ein Sparpotential vorhanden ist, in Deutschland sehe ich ein solches nicht.
 

Gerd Belo

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Das ist also die "auffahrbare Weiche". Na ja, und diese (nicht vorhandene) Mechanik wird durch aufwendigere Technik verbilligt? So etwas gab es hierzulande als "Weiche ohne Spitzenverschluss", extra gekennzeichnet durch eine rote Markierung am Umstellgewicht. So etwas ist mir nur ein Mal in meiner Laufbahn überhaupt begegnet und zwar auf der Anschlussbahn in Reinickendorf. Die war allerdings festgelegt und wurde nicht mehr benutzt.

Bei einem Spitzenklammerverschluss sind die Weichenzungen nicht fest verbunden, Probleme mit klaffenden Weichenzungen sind damit weitestgehend ausgeschlossen.

Das Problem der Amerikaner ist also nicht die Auffahrbarkeit der Weiche (die im Video zu sehende Weiche würde ich mal als nicht auffahrbar ansehen, wenn die aufgefahren wird, hat es die Umstellmechanik zerlegt), sondern eher der fehlende Zungenverschluss.
 

oecherbahn

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Das Problem der Amerikaner ist also nicht die Auffahrbarkeit der Weiche (die im Video zu sehende Weiche würde ich mal als nicht auffahrbar ansehen, wenn die aufgefahren wird, hat es die Umstellmechanik zerlegt), sondern eher der fehlende Zungenverschluss.
Strenggenommen ist da schon ein Verschluss, nämlich an der Sperre, welche durch das Fußpedal freigegeben wird. Der Formschluss ist schon vorhanden, nur ist der nicht sehr direkt und hat viel mehr Elastiziät/Spiel drin.
Ich muss mal im amerikanischen Forum fragen ob sowas im durchgehenden Hauptgleis (mit Weichentrieb) zulässig ist.
 

Simulant

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Eine "Sperre" ist aber kein "Verschluss".
 

Simulant

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Mir ist da auch nicht so ganz klar, was du mit der Frage bezweckst.

Dass in Deutschland eine Weiche "prinzipiell auffahrbar" ist heißt noch lange nicht, dass diese im Regelbetrieb aufgefahren wird. Im Gegenteil: wird eine Weiche unerwartet aufgefahren, so hat das eine Reihe Maßnahmen zur Folge. Meistens übersteht die das Attentat folgenlos, aber es muss halt jemand gucken.

Anders eine "prinzipell nicht-auffahrbare Weiche", die danach auf jeden Fall kaputt!

Die Fälle dass hierzulande eine Weiche unerwartet aufgefahren wird, ist ohnehin überschaubar.
 

maulendesmammut

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Eine Weiche aufzufahren ist für das Material mit eriner extremen Belastung verbunden. Selbst Rückfallweichen kommen da an Grenzen.

In der Schweiz gibt es eine stark befahrene S-Bahn-Strecke mit Rückfallweichen zwischen Bern und Schwarzenburg. Lange Zeit war die Linie eine beschauliche Nebenbahn, heute hingegen fahren Doppelstockzüge (Stadler KISS) im Halbstundentakt. Jedes Befahren der Weiche erzeugt eine immense Belastung in den Zungen und dem Verschluss. Während die Weichen früher planmässig mit 40 km/h aufgefahren wurden, ist die Geschwindigkeit mittlerweile generell auf 30 km/h reduziert. Und immer noch gibt es mehrmals im Jahr grössere Störungen und Ausfälle, weil die Weichen der Belastung nicht standhalten.

Eine Weiche ohne Schaden auffahren könnnen ist relativ unproblematisch. Dies aber regelmässig auch zu tun wird schnell kritisch.
 

Ersatzrad

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Moin, nur mal zum Verständnis, alle Weichen haben Sollbruchstellen in den Gestängen, um zu Verhindern das sie beim Auffahren irreparabel beschädigt werden bzw. Züge zum Endgleisen bringt. Dieses ist eine einfache aber Sinnvolle Sicherheitslösung. Und wenn eine Weiche Spitz aufgefahren wird, ist eh schon ein Fehler/Schaden an der Weiche voran gegangen.

Somit, es gibt keine

"Nichtauffahrbare Weichen"​

🤓
 

Simulant

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Also diese "Sollbruchstelle" musst du mir mal zeigen. Weiterhin bedeutet eine Sollbruchstelle "hier geht im Fehlerfall planmäßig was kaputt", also danach ist was kaputt und muss repariert werden.

Was es wohl gibt ist im mechanischen Stellwerk der "Scherbolzen" der da abreißt, gute Güte, die Weichenscheibe wird eingerückt, der Scherbolzen ersetzt! Das ist nicht viel anders als im E43 die durchgebrannte Sicherung zu ersetzen! An der Weiche selbst passiert da nix (sofern keine Riegel und keine beweglichen Herzstücke, klar!)

Prinzipiell auffahrbare Weichen haben sowas nicht, und gehen auch nicht zwingend deswegen kaputt. Die legt man danach drei- oder zweimal um und guckt ob Endlage erreicht wird. Alle schick.

Und "spitz auffahren" gibt es auch nicht, "auffahren" ist immer stumpf. Spitz wäre das "aufschneiden", dazu muss vorher aber schon gewaltig was verkehrt gelaufen sein.
 

Gerd Belo

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Also diese "Sollbruchstelle" musst du mir mal zeigen. Weiterhin bedeutet eine Sollbruchstelle "hier geht im Fehlerfall planmäßig was kaputt", also danach ist was kaputt und muss repariert werden.
Dann schau dir mal z.B. die Bolzen an so einem Weichenhandschloss an......

Der Unterschied liegt in der Bezeichnung! Der Zungenspitzenverschluss hat so etwas nicht, aber alle Zungenriegel kennen eine Einrichtung, die bei Überlastung nach gibt und i.d.R. nach dem Auffahren der damit ausgerüsteten Weiche irreparabel defekt ist.

Das Einstellen einer Fahrstraße heißt nicht nur, die Weichen zu stellen! Hier wird u.U. auch die Lage der Zungen geprüft und die Weiche verschlossen. Da können dir hier aber Andere besser Auskunft geben.
 

Simulant

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Es stand aber die Behauptung im Raum, dass ALLE Weichen über eine solche Sollbruchstelle verfügen, die im Falle eines Auffahrens wirken.
 

Gerd Belo

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Vielleicht mal mit der Thematik befassen?

Zungen werden verriegelt, Weichen werden verschlossen. Verriegelte Zungen sind auffahrbar, der Spitzenklammerverschluss lässt das ohne gravierende Schäden zu. Verschlossene Weichen sind auffahrbar, allerdings führt das Auffahren zu Schäden an den Weichenverschlüssen. Und nur letztere haben Sollbruchstellen, die so ausgelegt sind, das sie ein Auffahren ohne Entgleisung ermöglichen. Und, nicht jede Weiche besitzt ein Weichenschloss!

Damit bist du warscheinlich in die selbe Falle getappt, wie der OP, den das Tema offensichtlich nicht mehr interessiert.
 

oecherbahn

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Damit bist du warscheinlich in die selbe Falle getappt, wie der OP, den das Tema offensichtlich nicht mehr interessiert.
nene ich les noch mit :geek:
Grundsätzlich stimmt es, dass ich nicht unbedingt der Fachspache mächtig bin, wie jemand der den Auftrag bekommt Weiche XY zu warten oder "umzustellen und zu verriegeln/verschließen". Ich habe bisher nur Weichen konstruiert und ausgelegt, da kommt auf andere Kenntnisse an.
 

Simulant

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Zungen werden verriegelt, Weichen werden verschlossen. Verriegelte Zungen sind auffahrbar, der Spitzenklammerverschluss lässt das ohne gravierende Schäden zu. Verschlossene Weichen sind auffahrbar, allerdings führt das Auffahren zu Schäden an den Weichenverschlüssen.
Da schmeißt du auch einiges durcheinander:
Zungen werden nicht geriegelt, sondern durch den Klammerspitzenverschluß verschlossen. Dieser ist jedoch auffahrbar.

Zungen werden im Bedarfsfall verriegelt, ("Spitz befahren mit >50 km/h) das ist aber was völlig anderes als der Klammerspitzenverschluß, und Riegel sind prinziepell nicht auffahrbar und gehen dabei kaputt.

Eine "verschlossene" Weiche wird mit einem Schlüssel verschlossen, das geht beim auffahren auch kaputt!

Sollbruchstellen gibt es nur da wo was kaputt gehen soll. Prinzipell auffahrbare Weichen haben keine Sollbruchstelle, da geht normal auch nix kaputt und es bricht auch nix auseinander.
 
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