Vergleich: Absurde Pläne von Konzerspitze / Mitarbeiterschwarmintelligenz

Simulant

Inspektor
BF Unterstützer
Registriert
18. Juni 2008
Beiträge
2,187
Punkte Reaktionen
3,091
Punkte
113
Arbeitgeber
Transdev Mitteldeutschland
Einsatzstelle
Chemnitz
Spezialrang
BF Unterstützer
Beruf
Triebfahrzeugführer
Derlei Versuche gab es schon zuhauf an einer Uni: Ein großer Betrag X war gegeben, es sollte eine Infrastuktur geplant werden. Die Ergebnisse der Eisenbahner waren auf Betrieb bedacht aber zu teuer. Die der Betriebswirte auf Effizienz bedacht, aber betrieblich nicht brauchbar.
 

Gerd Belo

Hauptrat
BF Unterstützer
Registriert
18. Juni 2008
Beiträge
5,534
Punkte Reaktionen
5,073
Punkte
113
Ort
Berlin-Treptow
Arbeitgeber
Fernverkehr
Einsatzstelle
Berlin
Spezialrang
BF Unterstützer
Beruf
Lokführer
Wir können uns wohl darauf einigen dass die wirtschaftlich-politischen Rahmenbedingungen nicht besonders gut sind.
Trotzdem kann ich mir kaum vorstellen dass man mit amerikanischer technik hierzulande defizitären Güterverkehr machen würde, da ist bei den Kosten einfach ein Faktor von ~4 drin.

Aber mal umgekehrt: Mal vorausgesetzt, es gäbe einmalig einen großen Topf Geld, um die Defizite der letzten Jahre aufzuholen, was würdet ihr damit machen, damit wenn das Geld dann alle ist man die Güterbahn profitabel betreiben kann?
Ich frage deswegen diese Frage weil man die nicht per "Einfach dauerhaft mehr Personal & Geld" lösen kann.
Vergiss bitte mal die ach so profitablen US-Güterbahnen. Und verabschiede dich von dem Pauschalurteil, Güterverkehr in D wäre unrentabel. Dem ist nicht so. Es wird sehr wohl Geld verdient.

Es ist kein Problem, eine große Anzahl von Containern von A nach B zu bringen. Damit wird auch in Europa Geld verdient. Das Problem liegt hierzulande im Einzelladungsverkehr. Und wie sieht es damit in den USA aus? Gibt es so etwas noch? Dort ist das Bahnsterben schon soweit durch, das nur noch die profitablen Massenverkehre bedient werden. Eine einzelne Wagenladung landet dort genauso auf dem LKW wie hier.

Und was würde eine US-Privatbahn (als Infrastrukturbetreiber) machen, wenn da ein Dritter kommt und den lukrativen Verkehr (staatlich sanktioniert) einfach mal so übernehmen will?

Mit viel Geld ist letztenendes nichts auszurichten, das müsste schon sehr viel Geld sein. Das ist nicht da. Politisch auch nicht gewollt. Infrastruktur kostet und da wurde in den letzten Jahren so viel zerstört, das der Rückstand in ein paar Jahren nicht wieder aufgeholt werden kann. Ideen und neue Technik gab es in den letzten Jahren reichlich, die konnten aber die Fehlentwicklungen nicht aufhalten.
 

Simulant

Inspektor
BF Unterstützer
Registriert
18. Juni 2008
Beiträge
2,187
Punkte Reaktionen
3,091
Punkte
113
Arbeitgeber
Transdev Mitteldeutschland
Einsatzstelle
Chemnitz
Spezialrang
BF Unterstützer
Beruf
Triebfahrzeugführer
Nicht jede Firma hat oder hatte einen Gleisanschluß, über die verloreren Anlagen der jüngeren Zeit müssen dabei noch nicht einmal reden. Ein Engpass in der Transportkette war schon immer die Verladung Straße/Schiene.
Dennoch hilft ein Blick in die Historie um ein Verständnis: zur Entstehungszeit der Eisenbahn spielte Zeit noch eine eher untergeordnete Rolle. Viel wichtiger aber zu verstehen, dass die Straßen zu dieser Zeit noch sehr zu wünschen übrig ließen. Die meisten damaligen Straßen würden heute als unbefestigte Feldwege gelten. Bei entsprechender Witterung verwandelten die sich in Matsch. Vorwiegendes Transportmittel waren Pferdefuhrwerke oder Ochsenkarren. Eine Fahrt in den Nachbarort dauerte entsprechend lange. Die Eisenbahn war da ein echter Fortschritt und trotz der umständlichen Umladung ein enormer Gewinn! Was sich auch geändert hat ist die Wertigkeit der menschlichen Arbeitskraft. Damals hatten die Menschen noch in erheblichem Umfange Landwirtschaft, fast jeder hatte ein Schwein oder Federvieh im Stall, oder betrieb Ackerbau. Davon wurde sie sich hauptsächlich ernährt. Von dem was man verdiente konnte man nicht leben, umgekehrt spielten die Lohnkosten für einen Unternehmer bei weitem nicht die Rolle wie heute.
Die Rahmenbedingungen haben sich massiv verändert, sei es durch fortschreitende Straßeninfrastuktur, Kraftfahrzeuge, Kosten der Arbeitskraft, steigender Lohnnebenkosten. Die Erwartung eines möglichst schnellen und kostengünstigen Transport tun dann ihr übriges. Die Entscheidung den Einzelwagenverkehr einzustellen ist damit nachvollziehbar, damit einhergehend sind natürlich viele Anlagen überflüssig geworden. Diese Zeiten wird auch nicht mehr zurückholen können.

Oder könnt ihr euch vorstellen heute noch ein Schwein im Stall zu haben oder Kartoffeln für den eigenen Lebensunterhalt anzubauen?
 


Oben