Frage Was mache ich falsch?

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- irgendwo im SPNV -
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- haben wir keine -
Mahlzeit liebes Bahnerforum,

seit einiger Zeit stelle ich fest, dass ich nicht mehr so recht glücklich mit meinem derzeitigen Job bin.
Das Interesse für die Eisenbahn war eigentlich schon seit Kindheitstagen vorhanden, nur hat es mit dem Ergattern eines EiB-Ausbildungsplatzes nicht so recht geklappt, sodass ich (nachdem auch das Amt mit dem berüchtigten A keine Finanzierung mittels Bildungsgutschein vornehmen wollte) bei einem berühmt-berüchtigten EVU aus dem westlichen NRW vor etwa einem Jahr eine vom EVU bezahlte 7-monatige Qualifizierung zum Tf Kl. B1 absolviert habe. Angetrieben dazu hatten mich letztendlich versch. Bekannte (Bahner), welche meinen, bist du einmal Tf, wirst du eh überall (!) mit Kusshand genommen.
Nachdem ich Mitte 2020 jedenfalls mit dem Lehrgang durch war und alle Prüfungen im ersten Anlauf bestanden habe begann ich mit meinen ersten Schichten. Schnell wurde klar, Kurzstrecken-SPNV mit exzessiver Pendelei bei nicht festgelegten Einsatzorten ist nichts für mich, ich möchte in den Güterverkehr, da habe ich meine Ruhe (vor allem vor Fahrgästen). Allerdings habe ich weder die Befähigung zum Rangierbegleiter, Bremsprobeberechtigten oder den Wagenprüfer im Zuge der Qualifizierung erworben. Aber ich erinnere mich an die Aussage, bist du einmal Tf, nimmt dich jeder mit Kusshand, wirst du halt nachgeschult.
Jetzt habe ich allerdings das Problem, dass ich, trotz überdurchschnittlichen Ergebnissen in den Prüfungsbescheinigungen keinen Arbeitgeber finde, der bereit ist, mich einzustellen. Einmal wurde mir auch deutlich mitgeteilt, ich müsse mir im klaren darüber sein, "wo ich her kommen würde" (und das hat bestimmt nichts mit meinem Wohnort zu tun gehabt :ROFLMAO:).
Ist die wirtschaftliche Lage durch Corona bei den Güterbahnen einfach nur schlecht, habe ich den "Die-Lei"-Stempel auf der Stirn kleben oder einfach nur Pech? Mir ist innerlich bewusst, dass die Ausbildung meines Brötchengebers sicher nicht hochqualitativ ist (was sich in der Häufung der gefährlichen Ereignisse im Bahnbetrieb ja leider auch widerspiegelt), allerdings gibt es doch die Möglichkeit, den Bewerber zu einem Einstellungstest einzuladen. Ich selbst habe mir bisher nie irgendwas zu schulden kommen lassen und fühle mich in meinem Handeln, vermutlich aber auch durch mitgebrachte Vorkenntnisse, recht sicher.
Was würdet Ihr mir empfehlen? Kündigen, Fahrtberechtigung verfallen lassen, zurück in den alten Beruf und bei der passenden Gelegenheit woanders nochmal komplett von vorne versuchen? Oder hat jemand hier einen anderen Tip für mich?

Freue mich über jeden hilfreichen Ratschlag.

Liebe Grüße,

MTU 12V 956 TB11
 

derThomas

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TF in Ausbildung Quereinstieg
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Interessantes Thema freue mich auf viele Antworten, verfolge auch zur Zeit im Raum Duisburg die Stellenausschreibungen bei privaten Firmen im Nahverkehr. Jetzt zu Corona bieten Abellio,NX z.B nur noch Stellenangebote an wenigen Dienststellen in NRW Köln/Aachen an. Vor Corona wurde überall gesucht. Ich hoffe bis zu meinem Ausbildungsende hat sich das gelegt.

Ich denke auch wenn die Konjunktur wieder anzieht wird sich das alles wieder legen. Es wurden ja TFs wie wild gesucht, und auch entsprechend Nachgeschult bei fehlden Qualis, weil man froh war überhaupt jemanden zu bekommen.
 

Semi Silesian

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Duisburg
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BEV
Einsatzstelle
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BHS i.R.
Es gibt nun mal auch Arbeitstage,die nicht so großen Spaß machen,die habe ich selbst auch erlebt.
Als "Neuling" bekommt man meist am Anfang Schichten auf´s Auge gedrückt,die sich keiner allzu großen Beliebtheit erfreuten.
Kenne ich ebenfalls aus eigenem Erleben.

Kündigen würde ich persönlich auf gar keinen Fall-besser diese Arbeit als überhaupt keine.
"Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach" -so ein altes Sprichwort.

Ich würde in Ruhe die Lage sondieren und passende Bewerbungen schreiben auf ausgeschriebene Arbeitsplätze,die ggf. mehr Freude auf der Arbeit bereiten.

Ist eine dieser Bewerbungen erfolgreich und man hat eine entsprechende Zusage,könnte man beim vorherigen Arbeitsgeber ans Aufhören denken.
 

Simulant

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Transdev Mitteldeutschland
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Triebfahrzeugführer
Wenn ich dich recht verstehe, ist deine Die-Lei-Herkunft das Problem.

Hier kannst du in Bewerbungen beispielsweise darauf hinweisen dass du dir bewusst bist dass du nicht gerade der Wunschkandidat bist, und die Firma nicht gerade positiv aufgefallen ist, kannst dann jedoch auf deine guten Prüfungsergebnisse und deine (hoffentlich) betrieblich reine Weste hinweisen.

Nicht so ganz verstanden habe ich in welchem Moment die deine Herkunft um die Ohren gehauen wurde, war das in Vorstellungsgesprächen oder in der schriftlichen Absage? Weiterhin kann ich dir den Rat geben, vielleicht doch mal ein EVU weit abseits deines Wohnortes zu versuchen, dort 2 oder 3 Jahre ohne Auffälligkeiten zu fahren, und dich dann wieder in Heimatnähe zu bewerben.
 
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Danke für eure Antworten.

Es gibt nun mal auch Arbeitstage,die nicht so großen Spaß machen,die habe ich selbst auch erlebt.
Als "Neuling" bekommt man meist am Anfang Schichten auf´s Auge gedrückt,die sich keiner allzu großen Beliebtheit erfreuten.
Kenne ich ebenfalls aus eigenem Erleben.

Ja, nur dass bei uns viele "Neulinge" arbeiten. Eine unternehmenseigene "Akademie" bildet aufgrund von Fluktuation regelmäßig neues Personal aus, sehr oft zahlt es ja "das Amt". Eine unterschiedliche Behandlung bei der Disposition kann ich abgesehen von einzelnen (etwa medizinisch begründeten) Sonderfällen nicht erkennen.

Wenn ich dich recht verstehe, ist deine Die-Lei-Herkunft das Problem.

Hier kannst du in Bewerbungen beispielsweise darauf hinweisen dass du dir bewusst bist dass du nicht gerade der Wunschkandidat bist, und die Firma nicht gerade positiv aufgefallen ist, kannst dann jedoch auf deine guten Prüfungsergebnisse und deine (hoffentlich) betrieblich reine Weste hinweisen.

Nicht so ganz verstanden habe ich in welchem Moment die deine Herkunft um die Ohren gehauen wurde, war das in Vorstellungsgesprächen oder in der schriftlichen Absage? Weiterhin kann ich dir den Rat geben, vielleicht doch mal ein EVU weit abseits deines Wohnortes zu versuchen, dort 2 oder 3 Jahre ohne Auffälligkeiten zu fahren, und dich dann wieder in Heimatnähe zu bewerben.

Ich hatte ja schon ein paar Vorstellungsgespräche gehabt. Immer wieder wurde dort halt erwähnt dass ich ja faktisch eine nahezu vollständige Ausbildung (abgesehen vom Betriebsdienst) durchlaufen müsste und man sich mangels nachweisbarer Vorerfahrung meinerseits in den zu schulenden Modulen nicht sicher sei, ob ich die dazugehörigen Prüfungen auch sicher bestehen würde. Bei einem dieser Gespräche wurde mir dann auch erläutert, dass ich halt schon wissen müsse, "wo ich denn her kommen würde". Auch war man nicht begeistert darüber, dass bei uns kein Simulatortraining stattgefunden hat (sowohl während der Ausbildung nicht wie auch im Rahmen der kontinuierlichen Überwachung).
Gut, dass man den letzten Punkt als Tf selbst meist etwas anders sieht ist ja denke ich hier jedem bewusst :LOL:
 

Knallkopf

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Vergiß bitte nicht , die derzeitige Gesundheitspolitik , macht eine Fortbildung auch nicht leichter und planbarer . Nicht alles kann man aus dem Home Office machen .
 

Asgard

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Wie alt bist du? Wie dein schulischer Werdegang? Hintergrund der Frage ist, der öffentliche Dienst sucht händeringend Personal und bekommt niemanden der den Anforderungen entspricht. Mit einem guten Realschulabschluss wirst du beim Finanzamt, Katasteramt (hiessen irgendwas mit Bodenmanagement), Bundesimmobilienverwaltung usw genommen, Justiz sucht ebenfalls, mit Abitur und in Sachen Sport nicht ganz ein Versager stehen die bei Zoll und Bundespolizei alle Türen offen. Oder suche dir was im Handwerk; Nachwuchs ist dort ebenfalls Mangelware.

Lokführer werden gebraucht, das ist richtig. Du solltest dir dennoch selbst die Frage stellen warum dich niemand haben will oder faktisch eine komplett neue Ausbildung verlangt.
 

Treibrad

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XY Pöbeltransport
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Ich hatte ja schon ein paar Vorstellungsgespräche gehabt. Immer wieder wurde dort halt erwähnt dass ich ja faktisch eine nahezu vollständige Ausbildung (abgesehen vom Betriebsdienst) durchlaufen müsste und man sich mangels nachweisbarer Vorerfahrung meinerseits in den zu schulenden Modulen nicht sicher sei, ob ich die dazugehörigen Prüfungen auch sicher bestehen würde. :LOL:

Entweder war es dem Personalheini langweilig, dass er dich dann trotzdem eingeladen hat, dann wahrscheinlich auch keine Erstattung der Fahrtkosten des Bewerbers oder er wollte gucken, wie dein Selbstbewusstsein ist. Oder er wollte dich brechen, dass du ihn auf Knien anflehst und bereit bist, auch auf Gehalt zu verzichten oder/und Ausbildungskosten selber zu tragen. Was es auch war, es zeigt, wie verkommen die Branche geworden und wie kaputt der deutsche Arbeitsmarkt dank Schröder und Merkel ist.
 
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Wie alt bist du? Wie dein schulischer Werdegang? Hintergrund der Frage ist, der öffentliche Dienst sucht händeringend Personal und bekommt niemanden der den Anforderungen entspricht.

Durchschnittliche mittlere Reife habe ich (zweiter Bildungsweg), bin Anfang 30. Da jetzt noch eine komplett neue Ausbildung im öffentlichen Dienst starten (während die eigene Wohnung + die Fahrerei unterhalten werden muss, BAB gibt's in dem Alter ja auch nicht mehr) , ich weiß ja nicht.
Lokführer werden gebraucht, das ist richtig. Du solltest dir dennoch selbst die Frage stellen warum dich niemand haben will oder faktisch eine komplett neue Ausbildung verlangt.
Ich wage es stark zu bezweifeln, dass es an meinen Prüfungsergebnissen (alle min. 90%) liegt. Ich meine, die Welt der Eisenbahn ist jetzt nicht so groß. Wenn sich bei bestimmten EVU die gefährlichen Ereignisse häufen (und die Sicherheitsverantwortung ja größtenteils durch die Erteilung einer Sicherheitsbescheinigung ja auf die EVU selbst abgewälzt wird) spricht sich das früher oder später herum. Wenn man schon von Kollegen anderer EVU während einer Pause irgendwo auf solche Themen indirekt angesprochen wird, sollte einem das zu denken geben...
 

BR403

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Ich hatte ja schon ein paar Vorstellungsgespräche gehabt. Immer wieder wurde dort halt erwähnt dass ich ja faktisch eine nahezu vollständige Ausbildung (abgesehen vom Betriebsdienst) durchlaufen müsste und man sich mangels nachweisbarer Vorerfahrung meinerseits in den zu schulenden Modulen nicht sicher sei, ob ich die dazugehörigen Prüfungen auch sicher bestehen würde. Bei einem dieser Gespräche wurde mir dann auch erläutert, dass ich halt schon wissen müsse, "wo ich denn her kommen würde". Auch war man nicht begeistert darüber, dass bei uns kein Simulatortraining stattgefunden hat (sowohl während der Ausbildung nicht wie auch im Rahmen der kontinuierlichen Überwachung).
Ich gehe mal davon aus, dass die Personaler sich deine Bewerbung durchgelesen haben, bevor sie dich eingeladen haben. Also scheint deine Herkunft/Ausbildung schon mal grundsätzlich kein Problem zu sein. Woran es nun genau gelegen hat, kann aber nur der Personaler beantworten. Vielleicht hast du dich schlecht verkauf, vielleicht hat ein anderer Bewerber mehr überzeugt.
 

Simulant

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Ich bin da auch leise Zweifel bis schwere Bedenken, dass du erfolglos zum Vorstellungsgespräch geladen wurdest. Da muss noch irgendwas vorgefallen sein was du uns bisher nicht erzählt hat.

Aus Erfahrung weiß ich, dass man dem Bewerber ein paar betriebliche Fragen stellt, bzw. sogar einen Betriebsdiensttest schreiben lässt. Man kann einem Bewerber auch eine paar Wochen Auffrischung zugute kommen und dann einen Test schreiben lassen. Dass in deinem Falle eine komplette betriebliche Ausbildung stattfinden soll finde ich sehr seltsam, da passt irgendwas nicht.
 

Knallkopf

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Vielleicht helfen uns Gedanken in Richtung Ausbildungskosten weiter bzw. zeitlich , vereinbarte Betriebsbindung nach erfolgreicher Ausbildung .
 

Schweizkutscher

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mal hier, mal da
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Lokführer
Was mich an der Geschichte etwas irretiert, ist die fehlende Ausbildung Bremsprobeberechtigter und Prüfer für Wagen im Eisenbahnverkehr Stufe1 und 2.
Ok, im Nahvekehr (Triebwageneinsatz) wird jetzt kein Wagenprüfer und auch keine Bremsprobeberechtigung wirklich notwendig.
Das entnehme ich aus der Bezeichnung Führerschein B1. Aber das er nicht rangieren darf (nichtgenannte Klasse A) verwundert mich schon.
Die Firma (bei der er ausgebildet wurde) hat mit Sicherheit auch eine sehr gewichtige Rolle, nicht umsonst wurde ja auch eine komplette (Neu)Ausbildung in Betracht gezogen.
 


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